pränatale Körper- und Gefühlsarbeit

Mein Lebensweg und meine Erfahrungen haben mich immer intensiver nach dem Ursprung für Disharmonie, Unausgeglichenheit, Krankheit, Wut, Enttäuschung oder Trauer suchen lassen. Es ist eine Suche die in die Tiefe geht und die sich kontinuierlich rückwärts bewegt – zurück zu meinen eigenen Wurzeln. Zum Anfang.
Über verschiedene Menschen kam ich in Kontakt mit Körper- und Gefühlsarbeit und bin dann bei der pränatalen Körperpsychotherapie nach Franz Renggli gelandet. Nach einigen eindrücklichen Selbsterfahrungsmomenten habe ich diese Art der Arbeit als sehr effiziente, erfolgreiche und achtsame Therapieform zu schätzen gelernt.

2018 schloss ich die Grundausbildung in der pränatalen Körpertherapie nach und bei Franz Renggli in Basel ab und werde die kommenden Jahre weiterhin bei ihm in Weiterbildung sein.

Auf diesem Fundament entstehen für den einzelnen Menschen unterschiedliche Angebote im Selbsterfahrungsbereich: für Einzelpersonen; für Babys, Kinder und die ganze Familie oder im Rahmen einer geschützten Gruppe. Jede Form bringt ihre eigenen Schwerpunkte und Möglichkeiten mit sich.

Individuelle Forschungsreise - vom Auslöser zur Ursache

Es ist nicht einfach für diese Art der Arbeit beschreibende Worte zu finden. Ob ich mit einem Baby, einem Kind, dem Elternpaar, einer Einzelperson oder mit einer ganzen Gruppe arbeite – jedes Setting ist so individuell wie ihre TeilnehmerInnen.

«Mensch, wir sind alle zutiefst in unserem Innersten und Heiligsten verletzt worden, schon seit Anbeginn der Zeit.
Wir wurden nicht bedingungslos geliebt – wir haben ein Recht auf diese Liebe.
Unsere Grenzen wurden nicht gewahrt – wir haben ein Recht auf unsere Grenzen.
Wir bekamen unseren Raum nicht – wir haben ein Recht auf unseren eigenen Raum.
Wir durften nicht wütend sein – wir haben ein Recht auf unsere Wut.
Wir waren ohnmächtig – wir haben ein Recht auf Selbstermächtigung.

In der pränatalen Körper- und Gefühlstherapie halte ich einen Raum für dich, Mensch:
Ein Raum der nur dir gehört; Grenzen die das erste Mal gewahrt werden; Wut die das erste Mal gehört wird; Halt, der das erste Mal erlebt wird; Tränen, die das erste Mal fliessen; Zeit, für dein Wesen, für das Spüren und Fühlen.

Und sei dir sicher, Mensch, egal was du in diesem Raum bist, egal was du in diesem Raum tust, egal was sich zeigt: Da ist meine bedingungslose Akzeptanz und ein Herz voll Liebe für dich, dein Wesen und deinen Weg. Egal was du tust, dieses Mal wirst du sie nicht verlieren.

Und wenn du eine Stunde gehalten werden willst, dann halte ich dich in meinen Armen, ohne dass du dafür etwas tun musst, ohne dass ich von dir dafür etwas erwarte, ohne dass du was anderes sein musst, als du jetzt gerade bist.

Und so entsteht Heilung in einer unglaublichen Tiefe.»
Sarah Schäppi, Oktober 2018

Ines Oberscheid findet auf ihrer Website dafür folgende Worte:
«Die prä- und perinatale Medizin und Psychologie lehrt uns, dass die Geburt, und die Zeit davor und danach körperlich, seelisch und neuronal ein so prägendes Ereignis ist, dass es ihren Einfluss auf unsere Denk- und Handlungsmuster lebenslang erhält.
Diese Prägung geschieht  innerhalb einer Zeit, an der wir uns normalerweise nicht bewusst erinnern. Grundlegende Körpererfahrungen und Gefühle werden in dieser Zeit gespeichert und bestimmen unser weiteres Leben, insbesondere unser späteres Bindungsverhalten. Diese Erfahrungen beeinflussen als sogenannte "Grundmelodie" unseres Lebens jede weitere Beziehung, und wir sind uns dessen nicht bewusst.

Jeder Mensch hat die Möglichkeit, seine eigenen ersten Erfahrungen aus dem Lebensanfang zu erforschen und zu spüren, wie diese alten Traumamuster sein gesamtes Leben prägten und den Alltag bestimmten. Über Regressionen und sanfte Körperarbeit pendelt der Client in dieser Reise innerhalb eines sehr geschützten und einfühlsamen Rahmens zwischen seiner ursprünglicher Geschichte und neuen grundlegenden heilenden Erfahrungen hin und her. Auf einer tiefen Körperebene hat er die Möglichkeit, sich der Sensibilität und Verletzlichkeit jener frühen Lebensabschnitte zu nähern und der darin eingeschlossenen Lebensenergie zu begegnen. Die lösende und heilsame Erfahrung besteht darin, dass man sich seiner alten verschütteten Wunde nähert und diesmal:

Nicht alleine ist; Berührung erfährt, wann und wie man dies möchte; gestützt und getragen wird von einer mitfühlenden Umgebung; absolut willkommen ist, mit dem, was man zeigt; die Erfahrung machen kann, dass es gut ausgeht.»